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Als Mensch der Frage und der Antwort, des Befragens und des Beantwortens bin ich bei allen Reisen und Aufenthalten auf die MENSCHEN und UMGEBUNG angewiesen. Mir scheint es unverständlich und geradezu inhuman, daß Menschen fremde Länder ausnutzend aufsuchen, ohne in Mensch und Landschaft Freunde zu suchen und zu finden.
So entsteht beim Malen eines Selbst-Portraits eine REFLEXION, ein Zurückbeugen der mich umgebenden Menschen und Dinge in mein Bild..
Die zahlreichen Bildnisse von Zeeland (Holland) am Meer sind voller Wind, Sand und Meer. Die Menhire der Bretagne und ihre Calvaires hinterließen Spuren. Malta, Tunesien, England, Moskau, Katalanien, Rhodos und Kreta ... man wird geformt und in jeder Weise etwas gebildet; man hinterläßt etwas, was Menschen zu Schwestern und Brüdern macht.
Wieviel anders scheinen die provenzalischen Bildnisse im Land von Licht und Schatten, den roten Wein neben der Staffelei - mit flottem,
pastösem Pinselstrich, der die Kosten des Materials vergessen läßt, als die in der eher herben Landschaft meiner belgischen Heimat, dem Immergrün der Wiesen und der laufenden Hecken mit den zahllosen Wegekreuzen, Mahnmale an Gottes Allgegenwart.
Da die gleichen Hände mit gleicher Seele und gleichem Verstand das gleiche Objekt darstellen, wird man den Unterschied zwischen subjektivem und objektivem Sehen und Schauen erkennen. Ich bin sehr abhängig von Zeit, Ort und Umgebung.
Selbst die Auswahl des Materials und des Werkzeugs scheint mir vom Ort des Aufenthaltes abhängig. Nie malte ich mit Ölfarbe und mit Spachteln so frei wie in der Provence. Und wie die Ölfarbe duftet in der prallen Sonne! Das Herver Land muß mit dem schwarzen Stift gezeichnet werden, oder in Holz geschnitten die Bretagne.
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